Donnerstag, 14. Mai 2015

Lesetipp: "Ich vermisse dich"

512 fesselnde Seiten, so könnte man Harlan Cobens neuesten Streich beschreiben. Schon dass Cover verspricht eine düster-schaurige Geschichte. Eine einsame Hütte, die alles andere als einladend wirkt. Dort spielt sich unvorstellbares ab. Eine Gruppe skrupelloser Verbrecher hält Menschen gefangen um sie um ihr Vermögen zu erleichtern und anschließend zu töten. Aber alles der Reihe nach....















Kat Donovan ist Anfang 40 und Ermittlerin bei der New Yorker Polizei. Seit dem sie ihr Verlobter Jeff vor 18 Jahren von heute auf morgen sitzen gelassen hat, lebt sie allein. Als ihre beste Freundin Stacy ihr eine Mitgliedschaft in einem Datingportal schenkt, stößt sie auf das Profil von Jeff. Sie nimmt vorsichtig Kontakt auf, doch Jeff scheint sich gar nicht mehr an sie zu erinnern. Enttäuscht beschließt sie die Sache auf sich beruhen zu lassen, als plötzlich Brandon, ein junger Student, Kontakt zu ihr aufnimmt. Brandon behauptet, seine Mutter hätte eben diesen Jeff im Internet kennengelernt und sich mit ihm auf eine Reise eingelassen. Seit dem sei sie verschwunden. Nach anfänglichen Zweifeln nimmt Kat die Ermittlungen auf und stößt auf eine Reihe von Entführungen. Dreh und Angelpunkt ist immer besagtes Datingportal, doch ist wirklich Jeff einer der Entführer? Coban nimmt hier das Geschäft mit der Liebe und die Risiken des onlinedating zum Hintergrund seines Thrillers und das macht er wirklich gut. Wenn man bedenkt, wieviele Menschen
ihr (Liebes-)glück im Internet suchen und wie verzweifelt und einsam diese manchmal sind, ist die Geschichte durchaus nachvollziehbar.


Und nun zum zweiten Handlungsstrang des Buches: Zur gleichen Zeit erhält Kat die Nachricht, dass Monte Leburn im Gefängnis im Sterben liegt. Leburn soll vor 18 Jahren ihren Vater, auch einen Polizisten, bei einem Einsatz ermordet haben. Da Kat an der Schuld von Leburn zweifelt, beschließt sie ihn ein letztes Mal im Gefängnis zu besuchen um endlich den wahren Mörder zu finden. Bei ihrer Suche stößt Kat auf pikante Details über das Leben ihres Vaters. Hier spricht Coban übrigens auch ein wichtiges Thema an (ich verrate aber nicht welches, weil ich nicht zu viel vorweg nehmen möchte). Am Ende findet sie natürlich den wahren Mörder und damit auch zurück zu ihrer großen Liebe (und das ist ja nun wirklich keine Überraschung). Hier laufen dann auch beide Handlungsstränge zusammen und genau an diesem Punkt finde ich die Geschichte ehrlich gesagt etwas konstruiert. Das ist aber auch der einzige Punktabzug den ich vergebe. Ansonsten gilt: wer es spannend mag und auch ein bisschen Grauen aushalten kann, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand geben.











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