Montag, 27. Juli 2015

Wie mir unsere Katzen bei der Hundeerziehung geholfen haben

Das Duo Infernale

Normalerweise schimpfen wir über die Beiden. Sie machen sich auf dem Sofa breit, wollen am Abend gefühlte 579 mal raus- und wieder reingelassen werden, bringen halbtote Mäuse und Vögel ins Haus und können so hochmütig an uns vorbei flanieren, dass wir uns manchmal regelrecht wie ihre Dienstbooten fühlen.

Die Rede ist von unseren zwei Katern Pavel und Titus. Unsere Femi konnte auch ein Lied davon singen. Sie fand die beiden so was von überflüssig. Das zeigte sie ganz deutlich mit ihren Blicken, wenn einer von beiden gemächlich an ihrem Liegeplatz vorbei schlenderte. Wurde es ihr zu viel sorgte sie allerdings mit ihrer dunklen Hundestimme und ihrer imposanten Erscheinung schnell für klare Verhältnisse.



Die beiden haben auch im Garten alles im Griff.
 Der kleine Cosmo, der ja erst seit kurzem hier wohnt und ganz jung und unerfahren ist, kann das noch nicht. Anfangs zeigte er zaghafte Freude, wenn er einen der beiden erblickte, später wurde er mutiger und wollte gerne mit ihnen spielen. Da hatte er die Rechnung allerdings ohne die beiden Herren gemacht. Die zeigten ihm zwar nicht die kalte Schulter, dafür aber ihre Tatzen untermalt mit einem furchterregenden Fauchen. Von da an war für Cosmo erstmal klar, wer hier unter den Vierbeiner das Sagen hat. Und das ist definitiv nicht der Hund.

Pavel
Bereits in den ersten Tagen nach Cosmos Einzug haben mir die beiden Nervensägen mit ihrer tierischen Autorität bei der Erziehung des Hundekindes allerdings schon richtig unter die Arme gegriffen. Nach dem mein lieber Sohn die ersten beiden Nächte mit Cosmo auf dem Sofa  im Wohnzimmer verbracht hat, da wir ihn nicht direkt an die anderen Hausetagen gewöhnen wollten, hat er danach bei mir im Schlafzimmer geschlafen. Meinen Lieblingsmann habe ich vorsorglich ins leerstehende Zimmer unserer Tochter ausquartiert, da er noch keinen Urlaub hat und ich mich auf unruhige Nächte eingestellt habe. So unruhig waren die Nächte dann allerdings gar nicht, was aber daran lag, dass der junge Mann viel Ausdauer gezeigt hat und so lange immer wieder von seinem Körbchen ins Bett gesprungen ist, bis ich schließlich völlig entnervt nachgegeben habe. Es ist ja auch so schön, mit so einem Hundekind die ganze Nacht zu schmusen und wenn die sich dann so an einen kuscheln………

Titus
Nach der zweiten Nacht mit Hund auf meinem Kopfkissen und allen appetitlichen und unappetitlichen Körperteilen im Gesicht inklusive einmal Hundekotze auf der nagelneuen Matratze habe ich mir dann gedacht, dass es vielleicht besser wäre, Cosmo zu überzeugen, dass es nicht das allerschlimmste ist, in einem schönen weichen Hundekörbchen, das direkt neben meinem Bett steht, zu schlafen. 

Nach den Erfahrungen der ersten Nächte stellte ich mich auf wenig Schlaf und eine sehr sportliche Nacht ein, in der ich ca. alle 30 Sekunden den Kleinen aus dem Bett in sein Körbchen hebe. Und jetzt kommen Pavel und Titus ins Spiel. Die beiden warteten nämlich schon im Schlafzimmer auf uns. Einer von den beiden lag auf dem Bett, der andere direkt darunter. Als Cosmo gutgelaunt ins Bett springen wollte, mussten die beiden nur einmal kurz die Pfote erheben. Das reichte um dem jungen Mann klarzumachen, diese Seite des Bettes ist für ihn unerreichbar. Er probierte es auch nicht ein zweites Mal. Die andere Seite abzusichern, war für mich kein Problem. Das Körbchen lag genau da neben und sobald auch nur eine Hundepfote sich auf den Weg Richtung Bett machte, gab es ein klares „Nein“ untermauert mir meiner abwehrenden Hand. 

Die Sache war in weniger als 5 Minuten geregelt. Das Hundekind lag zufrieden in seinem Körbchen, wurde von mir ab und an ein wenig zwischen den Fledermausohren gekrault und hat bis 8.00 Uhr durchgeschlafen. Das hätte ich ohne die tatkräftige Hilfe der beiden durchsetzungsfähigen Kater wohl nicht so schnell und einfach geschafft.


Cosmo ganz brav in seinem Körbchen!

Inzwischen konnte auch der Lieblingsmann wieder ins Elternschlafzimmer einziehen. Dort verbringen wir ruhige Nächte mit einem lieben Hund in seinem Körbchen direkt neben dem Bett und mindestens einer Katze unter dem Bett.














Kommentare:

  1. Das Zusammenleben mit Hund und Katze finde ich immer wieder spannend. Vor allem wenn die beiden dir so tatkräftig in der Erziehung helfen, finde ich das klasse. :-)

    Liebe Grüße
    Nicole

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  2. Ja, Nicole. Da haben sich die beiden mal richtig nützlich gemacht :-))

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