Freitag, 25. Dezember 2015

Frau Holle liest: Lucinda Riley, Die Sturmschwester




Die Sturmschwester ist der zweite Teil der der sogenannten „geheimnisvollen Sieben-Schwestern Reihe“ von Lucinda Riley. Die Reihe erzählt die aufregenden Lebensgeschichten von sechs jungen Frauen, die alle von dem reichen und liebenswürdigen Pa Salt adoptieren wurden und auf dessen Anwesen am Genfer See eine behütete Kindheit genießen durften. Die Schwestern kommen alle aus unterschiedlichen Ländern. Die Geschichte über ihre Wurzeln lag bisher im Dunkeln.


Ally
Genau wie der erste Band beginnt auch die Sturmschwester mit der Nachricht vom Tod des geliebten Adoptivvaters. Diesmal wird die Geschichte aus der Sicht der jungen und erfolgreichen Seglerin Ally erzählt. Ally befindet sich gerade auf einer Yacht in der Ägäis. Erfolgreich, glücklich und frisch verliebt, könnte es für sie eigentlich nicht besser laufen. Umso größer der Schock vom plötzlichen Herztod des Vaters, zumal sie dessen prächtige Yacht kurz vorher nur wenige Seemeilen entfernt gesichtet hat.

Ally reist sofort nach Atlantis, dem Familienanwesen am Genfer See. Pa Salt, der für den Fall seines Ablebens genauestens vorgesorgt hat, hinterlässt allen sechs Schwestern einen sehr persönlichen Brief, die Koordinaten eines Ortes der mit ihrer Herkunft zu tun hat und einen Hinweis auf ihre Vergangenheit. Für Ally besteht dieser Hinweis aus einer Biografie des norwegischen Komponisten Edvard Grieg aus dem Jahr 1907. Ally, die in ihrer Kindheit großes musikalisches Talent auf der Flöte gezeigt hat, wird neugierig und schickt das Buch an eine Übersetzerin bevor sie zurück nach Griechenland fliegt. Dort wartet ihre große Liebe und eine bevorstehende große Regatta auf sie. 

Ally schickt das Buch an eine Übersetzerin bevor sie wieder nach Griechenland aufbricht, um ihr Leben mit ihrer großen frischen Liebe fortzuführen und sich wieder ihrer Leidenschaft, dem Segeln, zu widmen. Doch wieder schlägt das Schicksal für Ally erbarmungslos zuA auf einer der größten und gefährlichsten Regatten geht Theo, ihr Verlobter, über Bord und stirbt. Ally, am Boden zerstört und zutiefst verzweifelt, schwört sich nie wieder auch nur einen Fuß auf ein Boot zu setzen, stattdessen entdeckt sie ihre Liebe zur Musik wieder und findet in Celia, Theos Mutter, eine neue Freundin. 

In der Zeit der Trauer erhält sie den ersten Teil der Übersetzung der geheimnisvollen Biographie und verliert sich in der Geschichte von Anna und Jens. Bereit, mehr über sich zu erfahren beschließt sie London zu verlassen und macht sich auf den Weg ihre Wurzeln zu finden. Ihre Suche führt sie über Oslo nach Bergen, wo sie nicht nur ihre Familie findet sondern auch ein süßes Geheimnis entdeckt.

Anna und Jens
Norwegen, 1875. Die junge Bauerstochter Anna Landvik lebt mit ihrer Familien in Heddal. In einfachen Verhältnissen aufgewachsen hilft sie ihren Eltern auf dem Hof. Gesegnet mit einer wunderschönen Stimme singt sie im Kirchenchor ihrer Heimatgemeinde und lockt mit ihrem Gesang die Kühe von der Weide. Die Chorleiterin erkennt das Talent und empfiehlt sie an Franz Bayer, Professor und Musiklehrer aus Christiana, dem heutigen Oslo. Herr Bayer nimmt die weiter Reise auf sich und ist begeistert von Anna. Er überredet die Familie dazu, ihm Anna anzuvertrauen und will sie für ein Jahr mit nach Christiana zu sich und seiner Haushälterin Froken Osdatter nehmen, um sie dort musikalisch auszubilden.

Anna gewöhnt sich schnell an das luxuriöse Leben in der Stadt und fühlt sich wohl bei Herrn Bayer und Froken Osdatter, die sie bemuttert und umsorgt. Auch der musikalische Erfolg bleibt nicht aus. Solveig darf im bekannten Christiani Theater der Hauptdarstellerin in Edvard Griegs Oper Peer Gynt ihre Stimme leihen. Die Musikwelt ist begeistert und Anna soll in der nächsten Spielzeit nicht nur als Geisterstimme hinter der Bühne stehen sondern auch noch die Hauptrolle spielen.

Auch an Verehrern mangelt es Anna nicht. Schon bald buhlt der junge Musiker Jens Halverson um Annas Gunst. Anne, die kurz vor ihrer Abreise halbherzig der Verlobung mit dem Nachbarsjungen Lars zugestimmt hat, ist zunächst zurückhaltend. Doch nachdem Lars sie freigegeben hat, stürzt sie sich in eine Liebesbeziehung mit dem Frauenheld Jens. Entgegen aller Warnungen gibt sie alles, was sie bisher erreicht hat auf und folgt ihm nach Leipzig, wo Jens Musik studieren will. Ein folgenschwerer Fehler.

Mein Fazit
Mir haben die Geschichten von Ally und Anna sehr gut gefallen. Beide sind starke Frauen, die in ganz unterschiedlichen Zeiten und zu ganz unterschiedlichen Bedingungen leben bzw. lebten. Ally, die so erzogen ist, ihre Neigungen und Talente zu verfolgen und ein Leben in völliger Freiheit als selbstbewusste Frau genießen kann und Anna, die obwohl ihres einzigartigen Talentes ein Leben mit vielen Zwängen und in völliger Abhängigkeit leben muss, weil die Zeiten für Frauen eben so waren.

Beide Charaktere sind äußerst sympathisch und ich konnte mich gut in beide hineinversetzen. Überhaupt fällt es leicht in beide Lebensgeschichten einzutauchen, wobei mir die von Anna besser gefallen hat, als die von Ally. Besonders die unglückliche Zeit Annas in Leipzig hat mich nicht mehr los gelassen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, weil wir ich mir für Anna endlich ein gutes Ende gewünscht habe.

Leider endet Annas Geschichte ziemlich abrupt. Es folgt ein Zeitsprung von 60 Jahren und zwei Generationen. Die Erlebnisse von Annas Enkel im Nazideutschland und später in Norwegen ist aufregend, aber nicht so fesselnd wie Annas Lebensgeschichte. Für Ally auf der Suche nach Ihrer Familie, bringt sie aber immerhin Licht ins Dunkel.

Es bleibt Rätselhaft
Der Tod des Vaters bleibt, wie auch im ersten Band, geheimnisvoll und zweifelhaft. Während eines Telefongespräches, das Ally unbeabsichtigt mithört, meint sie die Stimme des Vaters zu erkennen und auch am Ende des Buches, glaubt sie, seine Silhouette in der Menge erkannt zu haben.Außerdem bleibt immer noch die Frage um Merope, die fehlenden siebten Schwester.

Die Sturmschwester basiert auf realen historischen Ereignissen und Personen, was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Das Buch ist gut recherchiert. Man merkt, dass die Autorin sowohl die Musik Griegs als auch das Land Norwegen liebt. Der Schreibstil ist gewohnt unterhaltend und leicht zu lesen. Das Buch hat alles was ein toller Frauenroman braucht.

Über die Autorin
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie in Norfolk im Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.

Die Sturmschwester ist im November 2015 im Wilhelm Goldmann Verlag, München, als gebundenes Buch erschienen und umfasst 576 Seiten. Es kostet 19,99 Euro und für den kindle 15,99 Euro.
Weiter Infos und einen Kauflink gibt es hier.


*Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.*










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